August Hermann Francke (1663 1727)

Deutscher evangelischer Theologe, der einer der Väter des Pietismus und der deutschen evangelischen Mission ist. 1687 widerfuhr ihm nach tiefer Gebetserfahrung in Lüneburg seine Bekehrung, in der er seine Glaubenszweifel mit »unaussprechlicher Freude und großer Gewissheit« überwand und sich zum selbstlosen Dienst am Nächsten entschloss. 1689 wurde ihm von der Fakultät seine biblische Lehrtätigkeit in Leipzig verboten, 1690 wurde er Pfarrer in Erfurt, 1691 wurde er auf Vermittlung von Philipp Jakob Spener als Professor der griechischen und hebräischen Sprache nach Halle berufen. Die von Francke gegründeten Franckeschen Stiftungen (Armenschule, Waisenhaus etc.) zur Erziehung der Jugend hatten einen weitreichenden Einfluss. Ihr pädagogisches Ziel war, die »Kinder zu einer lebendigen Erkenntnis Gottes und zu einem rechtschaffenen christlichen Tun« zu führen. Die Franckeschen Stiftungen haben die Entwicklung des Erziehungswesens in Deutschland wesentlich beeinflusst.

Siehe auch Wikipedia , Heiligenlexikon und Kirchenlexikon

Inhaltsverzeichnis
»Anfang und Fortgang der Bekehrung August Hermann Francke

Regeln zur Bewahrung des Gewissens und guter Ordnung in der Konversation oder Gesellschaft
Von der Christen Vollkommenheit
Entwurf der gesamten Anstalten, welche zu Glaucha an Halle durch Gottes sonderbaren Segen teils zur Erziehung der Jugend, teils zur Verpflegung der Armen gemacht sind

Aus der autobiographischen Handschrift »Anfang und Fortgang der Bekehrung August Hermann Franckes« (1692)
Was mein Christentum betrifft, ist dasselbe, sonderlich in den ersten Jahren, da ich in Leipzig gewesen, gar schlecht und laulicht gewesen. Meine Intention war, ein vornehmer und gelehrter Mann zu werden; reich zu werden und in guten Tagen zu leben, wäre mir nicht unangenehm gewesen, ob ich wohl das Ansehen nicht hätte haben wollen, als wenn ich danach trachtete. Die Anschläge meines Herzens waren eitel und gingen aufs Zukünftige, welches ich nicht in meinen Händen hatte. Ich war mehr bemüht, Menschen zu gefallen und mich in ihre Gunst zu setzen, als dem lebendigen Gott im Himmel. In summa: Ich war innerlich und äußerlich ein Weltmensch und hatte im Bösen nicht ab-, sondern zugenommen. Das Wissen hatte sich wohl vermehrt, aber dadurch war ich immer mehr aufgeblasen. Über Gott habe ich wohl keine Ursache, mich diesfalls zu beklagen. Denn Gott unterließ nicht, mein Gemüt oftmals gar kräftig zu rühren und mich durch sein Wort zur Buße zu rufen. Ich war wohl überzeugt, daß ich nicht im rechten Zustande wäre. Ich warf mich oft nieder auf meine Knie und gelobte Besserung, aber der Ausgang bewies, daß es nur eine fliegende Hitze gewesen. Ich wußte mich wohl zu rechtfertigen vor den Menschen, aber der Herr erkannte mein Herz. Ich war wohl in großer Unruhe und in großem Elend, doch gab ich Gott die Ehre nicht, den Grund solches Unfriedens zu bekennen und bei ihm allein den wahren Frieden zu suchen. Ich sah wohl, daß ich in solchen principiis (Grundsätzen), darauf ich mein Tun setzte, nicht acquiescieren (ausruhen) könnte, doch ließ ich mich durch die verderbte Natur immer mehr einschläfern, meine Buße aufzuschieben von einem Tage zum andern. Demnach kann ich anders nicht sagen, als daß ich wohl vierundzwanzig Jahre nicht viel besser gewesen als ein unfruchtbarer Baum, der zwar viel Laub, aber mehrenteils faule Früchte getragen. Aber in solchem Zustande hat mein Leben der Welt gar wohl gefallen, daß wir uns miteinander gar wohl vertragen können. Denn ich liebte die Welt, und die Welt liebte mich. Ich bin da gar frei von Verfolgungen gewesen, weil ich bei den Frommen dem Schein nach fromm und mit den Bösen in der Wahrheit bös zu sein und den Mantel nach dem Wind zu hängen gelernt hatte. Man hat mich da der Wahrheit wegen nicht angefeindet, weil ich mir die Leute nicht gern zum Feinde machte, sie auch mit rechtem Ernst nicht sagen konnte, weil ich selbst nicht danach lebte. Doch hat solcher Friede mit der Welt meinem Herzen keine Ruhe bringen können, sondern die Sorge für das Zukünftige, Ehrsucht, Begierde, alles zu wissen, Gesuch menschlicher Gunst und Freundschaft und andere dergleichen aus der Weltliebe fließende Laster, insonderheit aber der immer heimlich nagende Wurm eines bösen Gewissens, daß ich nicht in einem rechten Zustand wäre, trieben mein Herz als ein ungestümes Meer bald auf die eine, bald auf die andere Seite, obzwar solches sich öfters gleichsam versteckte, daß ichs in äußerlicher Fröhlichkeit oft andern zuvortat. In solchem Zustande habe ich die meiste Zeit in Leipzig zugebracht, und kann mich bis Anno 1687 nicht erinnern, daß ich eine recht ernstliche und gründliche Besserung vorgenommen hätte. Aber gegen das vierundzwanzigste Jahr meines Alters fing ich an, in mich zu schlagen, meinen elenden Zustand tiefer zu erkennen und mit größerem Ernst mich zu sehnen, daß meine Seele davon möchte befreit werden. Sollte ich sagen, was mir zuerst Gelegenheit dazu gegeben, wüßte ich außer der allezeit zuvorkommenden Gnade Gottes von Äußerlichem nichts gewisser anzuzeigen als mein studium theologicum, welches ich sogar ins Wissen und in die Vernunft gefasset, daß ich vermeinte, ich könnte die Leute unmöglich damit betrügen, noch mich in ein öffentliches Amt stecken lassen, den Leuten vorzusagen, wes ich selbst in meinem Herzen nicht überzeugt wäre. Ich lebte noch mitten unter weltlicher Gesellschaft, war mit Anlockungen zur Sünde um und um begeben. Dazu kam die lange Gewohnheit. Aber des alles ungeachtet war mein Herz vom allerhöchsten Gott gerührt, mich vor ihm zu demütigen, ihn um Gnade zu bitten und oftmals auf meinen Knien anzuflehen; daß er mich in eine andere Lebensbeschaffenheit setzen und mich zu einem rechtschaffenen Kinde Gottes machen wollte. Es hieß nun bei mir (aus Hebr. 5, 12): »Die ihr solltet längst Meister sein, bedürfet ihr wiederum, daß man euch die ersten Buchstaben der göttlichen Worte lehre und daß man euch Milch gebe und nicht starke Speise.« Denn ich hatte ungefähr sieben Jahr Theologiam studiert, wußte ja wohl, was unsere Thesis (theologischer Lehrsatz) war, wie sie zu behaupten, was die Adversarii (Gegner) dagegen einwandten, hatte die Schrift durch- und wieder durchgelesen, ja auch von den libris practicis (praktischen Büchern) nicht wenig, aber weil dieses alles nur in der Vernunft und ins Gedächtnis von mir gefaßt und das Wort Gottes nicht bei mir ins Leben verwandelt war, sondern ich hatte den lebendigen Samen des Wortes Gottes bei mir erstickt und unfruchtbar sein lassen, so mußte ich nun gleichsam aufs neue den Anfang machen, ein Christ zu werden. Ich fand aber dabei meinen Zustand so verstrickt und war mit so mancherlei Hindernissen und Abhaltungen von der Welt umgeben, daß es mir ging wie einem, der in einem tiefen Schlamm steckt und etwa einen Arm hervorstreckt, aber die Kraft nicht findet, sich ganz loszureißen, oder wie einem, der mit Banden und Fesseln an Händen und Füßen und am ganzen Leibe gebunden ist und einen Strick zerreißt, aber sich herzlich sehnt, daß er auch von den andern möchte befreit werden. Gott aber, der Getreue und Wahrhaftige, kam mir mit seiner Gnade allezeit zuvor und bereitete mir gleichsam den Weg, ihm von Tage zu Tage gefälliger zu leben. Er hob bald durch seine starke Hand die schwersten äußerlichen Hinderungen, daß ich deren auch ohne Vermuten entladen wurde, und weil er zugleich mein Herz änderte, ergriff ich mit Begierde alle Gelegenheit, ihm eifriger zu dienen. In solchem Zustande war ich gleichsam in der Dämmerung und als hätte ich einen Flor vor den Augen. Ich hatte gleichsam einen Fuß auf die Schwelle des Tempels gesetzt und war dennoch von der so tief eingewurzelten Weltliebe zurückgehalten, nicht vollends hineinzugehen. Die Überzeugung war sehr groß in meinem Herzen, aber die alte Gewohnheit brachte so vielfältige Übereilungen in Worten und Werken, daß ich daher sehr geängstet war. Hierbei war dennoch ein solcher Grund in meinem Herzen, daß ich die Gottseligkeit sehr liebte und ohne Falsch gar ernstlich davon redete und guten Freunden meine Intention, hinfüro Gott zu Ehren zu leben, ernstlich bezeugte, so daß ich auch wohl von einigen für einen eifrigen Christen gehalten ward und mir nach der Zeit gute Freunde bekannt, daß sie eine merkliche Änderung bereits in solcher Zeit an mir gespürt hätten. Ich weiß aber wohl und ist Gott dem Herrn nicht unbekannt, daß der Sinn dieser Welt damals noch die Oberhand bei mir gehabt und daß das Böse so stark bei mir geworden wie ein Riese, dagegen sich etwa ein Kind auflehnt. Wer wäre elender gewesen als ich, wenn ich in solchem Zustande geblieben wäre, da ich mit der einen Hand den Himmel, mit der andern die Erde ergriff oder doch bald dem einen, bald dem andern widerstrebte und es also mit keinem recht hielt. Aber wie groß ist die Liebe Gottes, die er in Christo Jesu dem menschlichen Geschlechte erzeigt hat! Gott warf mich nicht weg um meines tiefen Verderbens willen, darinnen ich gesteckt hatte, sondern hatte Geduld mit mir und half meiner Schwachheit auf, daß ich dennoch den Mut nicht sinken ließ, sondern noch immer hoffte, ich würde besser durchbrechen zu einem wahrhaftigen Leben, das aus Gott ist. Ich habe an mir recht erfahren, daß man nicht Ursache habe, sich über Gott zu beklagen, sondern daß er bereit sei, Tür und Tor aufzutun, wo er ein Herz findet, das es redlich mit ihm meint und sein Angesicht ernstlich sucht. Gott ist mir allemal gleichsam vorgegangen und hat die Klötzer und Pflöcke aus dem Wege gehoben, damit ich überzeugt würde, das meine Bekehrung nicht mein, sondern sein Werk wäre. Gott nahm mich gleichsam bei der Hand und leitete mich, wie eine Mutter ihr schwaches Kind leitet, und so groß und überschwenglich war seine Liebe, daß er mich auch wieder ergriff, wenn ich mich von seiner Hand losgerissen hatte, und ließ mich dafür die Rute seiner Züchtigung wohl fühlen. Er erhörte auch endlich mein Gebet darin, daß er mich in einen freien und ungebundenen Zustand setzte, wo ich mit der Welt nichts oder doch so wenig zu schaffen hatte, daß ich mit größerem Unrecht über äußerliche Hindernisse und Abhaltungen meines Christentums würde geklagt haben.

Denn Gott fügte es, daß ich Leipzig, wo mich noch immer diese und jene Hindernisse gefangen hielten, verlassen mußte, indem er meines Vetters D. Gloxini Herz dahin gelenkt, daß er mir das Stipendium Schabbelianum wieder reichte, und weil er mit allem Ernst verlangte, daß ich das Studium exegeticum vor allen Dingen prosequieren (verfolgen) sollte, mir nach Lüneburg zu reisen auftrug und daselbst mich Herrn Sandhagens, damals Superintendentis zu Lüneburg, jetzt Generalsuperintendent in Holstein, Information in solchem studio zu bedienen. Dahin reiste ich also um Michaelis 1687, und zwar mit desto größerer Freudigkeit, weil ich hoffte, durch solchen Weg mich meines Hauptzwecks, nämlich ein rechtschaffener Christ zu werden, völliger zu versichern. Hier waren die äußerlichen Hindernisse vom lieben Gott gleichsam auf einmal weggenommen. Ich hatte mein Stübchen allein, darinnen ich nicht verunruhigt oder von jemandem in guten Gedanken gestört ward, dazu speiste ich bei christlichen und gottseligen Leuten.

Ich war kaum hingekommen, so ward ich um eine Predigt in der Johanneskirche daselbst abzulegen angesprochen, und zwar eine geraume Zeit vorher, ehe die Predigt sollte abgelegt werden. Nun war doch bereits damals mein Gemüt in solchem Stande, daß ich nicht die bloße Übung im Predigen, sondern vornehmlich die Erbauung der Zuhörer abzielte. Indem ich nun darauf bedacht war, geriet ich über den Text: »Dieses ist geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen« (Joh. 20, 31). Bei diesem Text gedachte ich sonderlich Gelegenheit zu nehmen, von einem wahren, lebendigen Glauben zu handeln und wie solcher von einem bloßen Menschlichen und eingebildeten Wahnglauben unterschieden sei. Indem ich nun mit allem Ernst hierauf bedacht war, kam mir zu Gemüt, daß ich selbst einen solchen Glauben, wie ich ihn erfordern würde in der Predigt, bei mir nicht fände. Ich kam also von der Meditation der Predigt ab und fand genug mit mir selbst zu tun. Denn solches, nämlich daß ich noch keinen wahren Glauben hätte, kam mir immer tiefer zu Herzen. Ich wollte mich hiermit und damit aufrichten und gleichsam die traurigen Gedanken damit verjagen, aber es wollte nichts hinlänglich sein. Ich war bisher nur gewohnt, meine Vernunft mit guten Gründen zu überzeugen, weil ich im Herzen von dem neuen Wesen des Geistes wenig erfahren hatte. Darum meinte ich auch durch solchen Weg zu helfen, aber je mehr ich mir helfen wollte, desto tiefer stürzte ich mich in Unruhe und Zweifel. Ich nahm zur Hand Herrn Joh. Musaei collegium systematicum manu scriptum (Vorlesungsnachschrift über dogmatische Theologie des mild-orthodoxen Professoers Johannes Musaeus (1613-1681) in Jena), welches ich mir bisher vor andern bekannt gemacht hatte, aber ich mußte es wieder weglegen und fand nicht, woran ich mich hätte halten mögen. Ich meinte, an die Heilige Schrift würde ich mich doch halten, aber bald kam mir in den Sinn: Wer weiß, ob auch die Heilige Schrift Gottes Wort ist? Die Türken geben ihren Alkoran und die Juden ihren Talmud auch dafür aus. Wer will nun sagen, wer recht habe? Solches nahm immer mehr die Überhand, bis ich endlich von dem allen, was ich mein Leben lang, insonderheit aber in dem über acht Jahre getriebenen studio theologico, von Gott und seinem geoffenbarten Wesen und Willen gelernet, nicht das Geringste mehr übrig war, das ich von Herzen geglaubt hätte. Denn ich glaubte auch keinen Gott im Himmel mehr, und damit war alles aus, daß ich mich weder an Gottes noch an Menschen Wort mehr halten konnte, und ich fand auch damals in einem so wenig Kraft wie in dem andern. Es war nicht etwa bei mir eine solche Ruchlosigkeit, daß ich aus weltlich gesinntem Herzen die Wahrheit Gottes in den Wind geschlagen hätte; wie gerne hätte ich alles geglaubt, aber ich konnte nicht. Ich suchte auf diese und jene Weise mir selbst zu helfen, aber es reichte nichts hin. Inzwischen ließ sich Gott meinem Gewissen nicht unbezeugt. Denn bei solcher wirklichen Verleugnung Gottes, welche in meinem Herzen war, kam mir dennoch mein ganzes Leben vor Augen, wie einem, der auf einem hohen Turm die ganze Stadt übersieht. Erstlich konnte ich gleichsam die Sünden zählen, aber bald öffnete sich auch die Hauptquelle, nämlich der Unglaube oder bloße Wahnglaube, damit ich mich selbst so lange betrogen. Und da ward mir mein ganzes Leben und alles, was ich getan, geredet und gedacht hatte, als Sünde und ein großer Greuel vor Gott vorgestellt. Das Herz war hart beängstigt, daß es den zum Feinde hatte, welchen es doch verleugnete und nicht glauben könne. Dieser Jammer preßte mir viel Tränen aus den Augen, dazu ich sonst nicht geneigt bin. Bald saß ich an einem Ort und weinte, bald ging ich in großem Unmut hin und wieder, bald fiel ich nieder auf meine Knie und rief den an, den ich doch nicht kannte. Doch sagte ich, wenn ein Gott wahrhaftig wäre, so möchte er sich mein erbarmen. Und solches trieb ich oft und vielfältig. Wenn ich bei Leuten war, verstellte ich mein innerliches Elend, so gut ich immer konnte.

Einstmals, als ich abgespeist hatte, verlangte ich zu einem in der Nähe wohnenden Superintendenten mit meinem Tischwirt zu gehen, welcher auch einwilligte. Ich nahm inzwischen, vor dem Tische stehend, das griechische Neue Testament in die Hand, darin zu lesen. Als ich's aufschlug, sagte mein Tischwirt: »Ja, wir haben wohl hieran einen großen Schatz.« Ich sah mich um und fragte ihn, ob er sehe, was ich aufgeschlagen hätte. Er sagte nein. So, sagte ich, sehe er die Antwort: »Wir haben aber den Schatz in irdischen Gefäßen«, 2. Kor. 4. Solche Worte mir gleich, als er solches gesagt, ins Gesicht fielen. Dieses ging mir zwar ein wenig zu Herzen und gedachte, daß es wohl nicht ungefähr also kommen möchte; es schien auch gleichsam ein verborgener Trost dadurch sich in mein Herz zu senken. Aber mein atheistischer Sinn brauchte bald die verdorbene Vernunft zu ihrem Werkzeuge, mir die Kraft des göttlichen Wortes wieder aus dem Herzen zu reißen. Ich setzte nebst meinem Tischwirt den vorgenommenen Weg fort, trafen auch erwähnten Superintendenten zu Hause an, welcher uns in die Stube führte und uns niedersitzen ließ. Kaum hatten wir uns niedergesetzt, fing erwähnter Herr Superintendent an zu discourieren, woraus der Mensch erkennen sollte, ob er Glauben habe oder nicht. Über solche Frage ward Unterschiedliches unter ihnen geredet, so wohl einen Gläubigen hätte stärken mögen. Ich saß aber dabei, verwunderte mich anfänglich und gedachte, ob sie auch von ungefähr auf solchen mir höchst nötigen Discours kommen könnten, da doch keiner von meinem Zustand, wie auch sonst kein Mensch in der ganzen Welt, das Geringste wußte. Ich hörte ihnen auch fleißig zu, aber mein Herz wollte sich dadurch nicht stillen, sondern ich ward, vielmehr dadurch überzeugt, daß ich keinen Glauben hätte, weil ich gerade das Gegenteil von den Kennzeichen des Glaubens, so sie aus dem Grunde der Schrift anführten, an mir erkannte. Da wir Abschied genommen hatten und ich mit meinem Herrn Tischwirt wieder zurück in die Stadt ging, offenbarte ich demselben mein Herz, sagend: Wenn er wüßte, in welchem Zustand ich wäre, würde er sich wundern, wie sie eben auf solchen Discours gekommen wären. Und da er fragte, in welchem? antwortete ich: Ich hätte keinen Glauben. Er erschrak dessen und suchte alles hervor, mich aufzurichten. Ich legte mich dagegen mit meiner Vernunft und sagte endlich zum Beschluß: Was er angeführt, möchte ihn wohl stärken, aber mir könnte es nicht helfen. Nun hätte ich auch wünschen mögen, daß ichs bei mir behalten hätte.

Inzwischen fuhr ich in meinem vorigen Tun fort und hielt an mit fleißigem Gebet auch in der größten Verleugnung meines Herzens. Folgenden Tages, welches war an einem Sonntage, gedachte ich mich gleich also in voriger Unruhe zu Bette zu legen, war auch darauf bedacht, daß ich, wenn keine Änderung sich ereignete, die Predigt wieder absagen wollte, weil ich im Unglauben und wider mein eigen Herz nicht predigen und die Leute also betrügen könnte. Ich weiß auch nicht, ob es mir möglich gewesen sein. Denn ich fühlte es gar zu hart, was es sei, keinen Gott haben, an den sich das Herz halten könne, seine Sünden beweinen und nicht wissen, warum, oder wer der sei, der solche Tränen auspreßt, und ob wahrhaftig ein Gott sei, den man damit erzürnt habe; sein Elend und großen Jammer täglich sehen und doch keinen Heiland und keine Zuflucht wissen oder kennen. In solcher großen Angst legte ich mich nochmals an erwähntem Sonntagabend nieder auf meine Krie und rief an den Gott, den ich noch nicht kannte noch glaubte, um Rettung aus solchem elenden Zustand, wenn anders wahrhaftig ein Gott wäre. Da erhörte mich der Herr, der lebendige Gott, von seinem heiligen Throne, da ich noch auf meinen Knien lag. So groß war seine Vaterliebe, daß er mir nicht nur nach und nach solchen Zweifel und Unruhe des Herzens wieder benehmen wollte, daran mir wohl hätte genügen können, sondern damit ich desto mehr überzeugt sein würde und meiner verirrten Vernunft ein Zaum angeleget würde, gegen seine Kraft und Treue nichts einzuwenden, so erhörte er mich plötzlich. Denn wie man eine Hand umwendet, so war all mein Zweifel hinweg, ich war versichert in meinem Herzen der Gnade Gottes in Christo Jesu, ich konnte Gott nicht allein Gott, sondern meinen Vater nennen, alle Traurigkeit und Unruhe des Herzens ward auf einmal weggenommen, hingegen ward ich wie mit einem Strom der Freude plötzlich überschüttet, daß ich aus vollem Mut Gott lobte und pries, der mir solche Gnade erzeigt hatte. Ich stand anders gesinnt auf, als ich mich niedergelegt hatte. Denn mit großem Kummer und Zweifel habe ich meine Knie gebogen, aber mit unaussprechlicher Freude und großer Gewißheit stand ich wieder auf. Da ich mich niederlegte, glaubte ich nicht, daß ein Gott wäre, da ich aufstand, hätte ichs wohl ohne Furcht und Zweifel mit Vergießung meines Bluts bekräftigt. Ich begab mich darauf zu Bette, aber ich konnte vor großen Freuden nicht schlafen, und wenn sich die Augen etwa ein wenig geschlossen, erwachte ich bald wieder und fing aufs neue an, den lebendigen Gott, der sich meiner Seele zu erkennen gegeben, zu loben und zu preisen. Denn es war mir, als hätte ich in meinem ganzen Leben gleichsam in einem tiefen Schlaf gelegen und als wenn ich alles nur im Traum getan hätte und wäre nun erstlich davon aufgewacht. Es durfte mir niemand sagen, was zwischen dem natürlichen Leben eines natürlichen Menschen und zwischen dem Leben, das aus Gott ist, für ein Unterschied sei. Denn mir war zumut, als wenn ich tot gewesen wäre, und siehe, ich war lebendig geworden. Ich konnte mich nicht die Nacht über in meinem Bette halten, sondern ich sprang vor Freuden heraus und lobte den Herrn, meinen Gott. Ja, es war mir viel zu wenig, daß ich Gott loben sollte, ich wünschte, daß alles mit mir den Namen des Herrn loben möchte. Ihr Engel im Himmel, rief ich, lobet mit mir den Namen des Herrn, der mir solche Barmherzigkeit erzeigt hat. Meine Vernunft stand nun gleichsam von ferne, der Sieg war ihr aus den Händen gerissen, denn die Kraft Gottes hatte sie dem Glauben untertänig gemacht. Doch gab sie mir zuweilen in den Sinn: sollte es auch wohl natürlich sein können, sollte man nicht auch von Natur solche große Freude empfinden können; aber ich war gleich dagegen ganz und gar überzeugt, daß alle Welt mit aller ihrer Lust und Herrlichkeit solche Süßigkeit im menschlichen Herzen nicht erwecken könne, als diese war, und sah wohl im Glauben, daß nach solchem Vorgeschmack der Gnade und Güte Gottes die Welt mit ihren Reizungen zu einer weltlichen Lust wenig mehr bei mir ausrichten würde. Denn die Ströme lebendigen Wassers waren mir nun allzu lieblich geworden, daß ich leicht vergessen konnte der stinkenden Mistpfützen dieser Welt. O wie angenehm war mir diese erste süße Milch, damit Gott seine schwachen Kinder speist! Nun hieß es aus dem 36. Psalm: »Wie teuer ist deine Güte, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen! Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wollust wie mit einem Strom. Denn bei dir ist die lebendige Quelle, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.«

Nun erfuhr ich wahr zu sein, was Lutherus sagt in der Vorrede über die Epistel an die Römer: »Glaube ist ein göttlich Werk in uns, das uns wandelt und neugebiert aus Gott« (Joh. 1, 12) und tötet den alten Adam, macht uns ganz andere Menschen von Herzen, Mut, Sinn und allen Kräften und bringet den Heiligen Geist mit sich. Und: »Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade, so gewiß, daß er wohl tausendmal darüber stürbe. Und solche Zuversicht und Erkenntnis göttlicher Gnade macht fröhlich, trotzig und lustig gegen Gott und alle Kreaturen, welches der Heilige Geist tut im Glauben.« Gott hatte nun mein Herz mit Liebe gegen ihn erfüllt, dieweil er sich mir als das allerhöchste und allein unschätzbare Gut zu erkennen gegeben. Daher konnte ich auch des folgenden Tages meinem Herrn Tischwirt, der um meinen vorigen elenden Zustand gewußt hatte, diese meine Erlösung nicht ohne Tränen erzählen, darüber er sich mit mir erfreute. Des Mittwochs darauf verrichtete ich nun auch die mir aufgetragene Predigt mit großer Freudigkeit des Herzens und aus wahrer göttlicher Überzeugung über den oben angeführten 21. Vers des 20. Kapitels Johannis und konnte da mit Wahrheit sagen aus 2. Kor. 4: Dieweil wir nun eben denselbigen Geist des Glaubens haben, nachdem geschrieben steht, ich glaube, darum rede ich, so glauben wir auch, darum reden wir auch.

Und das ist also die Zeit, dahin ich eigentlich meine wahrhaftige Bekehrung rechnen kann. Denn von der Zeit an hat es mit meinem Christentum einen Bestand gehabt, und von da an ist mirs leicht geworden, zu verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig zu leben in dieser Welt; von da an habe ich mich beständig zu Gott gehalten, Beförderung, Ehre und Ansehen vor der Welt, Reichtum und gute Tage und äußerliche, weltliche Ergötzlichkeit für nichts geachtet; und da ich mir vorher einen Götzen aus der Gelehrsamkeit gemacht, sah ich nun, daß Glaube wie ein Senfkorn mehr gelte als hundert Säcke voll Gelehrsamkeit, und daß alle zu den Füßen Gamaliels (Apgesch. 22, 3 und Phil. 3, 6-8) erlernte Wissenschaft als Dreck zu achten sei gegen die überschwengliche Erkenntnis Jesu Christi unsers Herrn.

Von da an habe ich auch erst recht erkannt, was Welt sei und worin sie von den Kindern Gottes unterschieden sei. Denn die Welt fing auch bald an, mich zu hassen und anzufeinden oder einen Widerwillen und Verdruß über mein Tun spüren zu lassen, auch sich zu beschweren oder mit Worten mich anzustechen, daß ich auf ein ernstliches Christentum mehr, als sie etwa nötig vermeinten, dränge. Aber ich muß auch hierin die große Treue und Weisheit Gottes rühmen, welche nicht zuläßt, daß ein schwaches Kind durch allzu starke Speise, eine zarte Pflanze durch einen allzu rauhen Wind verderbet werde, sondern er weiß am besten, wann und in welchem Maß er seinen Kindern etwas auflegen und dadurch ihren Glauben prüfen und läutern soll. Also hat es auch mir nie an Prüfungen gefehlt, aber Gott hat dabei meiner Schwachheit allezeit geschont und mir erst ein gar geringes und dann nach und nach ein immer größeres Maß des Leidens zugeteilt, da mir aber allezeit nach der von ihm erteilten göttlichen Kraft das letztere und größere viel leichter geworden zu tragen als das erste und geringere.

Dazu ist zu vergleichen, was August Hermann Francke ohne Datum (aber nach dem 27. April 1726, also in seinem letzten Lebensjahr) an den Grafen Carl Leopold zu Danzig schrieb, der bei ihm über die Wiedergeburt angefragt hatte.Francke wollte den im vorstehenden wiedergegebenen Bericht seiner eigenen Bekehrung dem Antwortbriefe beilegen, hat dies aber offenbar nicht getan, da dieser Absatz im Manuskript eingeklammert ist. Er wollte, wie er schreibt, diese Erzählung erst nach seinem Tode veröffentlicht haben. Dann fährt er wörtlich fort:

Ich nenne solches meine eigene Bekehrung, weil ich mit Wahrheit sagen kann: Was ich vorhin für gute Bewegungen und äußerliche Bezeigungen mag haben von mir spüren lassen, daß doch vorhin kein Durchbruch geschehen sei, wie wohl Gott an seinem Teil an meiner Seele viel gearbeitet; aber daß die vor dieser Zeit von 1687 hergehende von der nachfolgenden so unterschieden, wie die Nacht und der Tag unterschieden ist, ja daß ich den empfindlichen Unterschied nicht genug beschreiben, aber es kürzer nicht ausdrücken kann, als daß vorhin die Sünde über mich geherrschet, hernach aber die Kraft Christi bei mir gewohnet, welches zwischen einem Wiedergebornen und Unwiedergebornen der reale Unterschied ist, den niemand verstehet, als der den Geist Gottes empfangen hat ...

Zu wenig ist von dieser Sache geredet worden, und wenn ja davon gedacht worden ist, hat man solches gemeiniglich allein aus der Taufe, die wir in der Kindheit empfangen, geführet die sonst allerdings in ihrer Würde nach der reinen Evangelischen Lehre zu lassen ist eben, als wenns damit alles ausgemacht wäre und man sicher von allen, die getauft wären, nun ihr Leben lang ihres Standes der Wiedergeburt und daß sie wirklich darin geblieben versichert sein könnte da doch leider die allermeisten ihren Taufbund übertreten und aus dem Gnadenstande fallen.

Regeln zur Bewahrung des Gewissens und guter Ordnung in der Konversation oder Gesellschaft (Schriftmäßige Lebensregeln) (1689)
I.
Gesellschaft gibt viel Gelegenheit zu sündigen. Willst du dein Gewissen bewahren, so sei eingedenk, daß der große und majestätische Gott nach seiner Allgegenwart der Vornehmste in der Gesellschaft sei. Vor eines so großen Herrn Gegenwart sollte man noch wohl Scheu haben.

II. Was du tust, siehe zu, daß dir niemand (viel weniger aber du dir selbst) deinen innern Frieden und deine Ruhe in Gott störe.

III. Rede nicht von deinen Feinden als aus Liebe, zu Gottes Ehren und zu ihrem Besten.

IV. Dringe dich nicht dazu, viel zu reden. Wenn dir aber Gott Gelegenheit gibt zu reden, so rede mit Ehrerbietung, gutem Bedacht, Sanftmut, soviel du gänzlich Gewißheit hast, mit liebreicher Ernsthaftigkeit, mit deutlichen, klaren Worten, ordentlich und mit gutem Unterschied, ohne Übereilung der Sprache, ohne Wiederholung, wo es nicht die Notwendigkeit erfordert.

V. Laß dich nicht verwegen ein, von den Dingen dieser Welt zu reden, wenn nicht Gott dadurch geehrt, dein Nächster gebessert und deiner Notdurft geholfen wird. Es ist ein Wort des Herrn: Alles, was ihr tut in Worten oder Werken, das tut in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Kol. 3, 17.

VI. Hüte dich, daß deine Rede nicht stachlicht oder spöttisch sei. Alle anzügliche und lächerliche oder nur unverständige Sprüchwörter und Redensarten, welche Ärgernis erregen können, meide. Frage andere, ob du dergleichen an dir habest. Denn die Gewohnheit macht, daß man es selbst nicht gewahr wird. Fluchen ist unter den groben Sünden. Wer flucht, verfluchet sich und das Seinige.

VII. Wenn du von Gott und deinem Heilande redest, so rede davon mit großer Demut und Ehrerbietigkeit als vor seinem Angesicht. Schäme dich, den Namen Jesus zu einem Sprüchwort zu machen.

VIII. In Erzählungen sei sehr behutsam. Denn der Lügengeist herrschet darinnen. Man ersetzet die Umstände aus eigner Erfindung, wenn das Gedächtnis nicht alles behalten. Man prüfe sich, wenn man etwas erzählet, ob man nicht in diesem und jenem mit Ungewißheit geredet. Lächerliche und üppige Historien stehen keinem Christen an. Denn sie sind entweder nicht wahr oder doch ungewiß, oder sie sind wider die Liebe des Nächsten oder laufen hinaus auf einen Mißbrauch geistlicher Dinge oder erwecken bei einem andern den Verdacht, daß man ihn damit meine, oder machen, daß noch mehr dergleichen und die noch schlimmer sind, erzählet werden. Gute und insonderheit lebendige Exempel der Tugenden und die von der göttlichen Vorsehung, Allmacht, Gütigkeit, Gerechtigkeit Zeugnis geben, laß nicht aus deinem Gedächtnis, denn man kann viel damit bauen. Aber erzähle aus guter Gewißheit, dazu deutlich, vornehmlich ordentlich ohne Zusatz, und wo dir etwas entfallen ist, so halte es für keine Schande, es zu gestehen.

IX. Wenn du von dir selber redest, so siehe zu, daß nicht eigne Liebe darunter sei.

X. Falle nicht von einer guten Rede gleich auf eine andere. Denn damit verderben sich die meisten, daß sie danach von keiner Sache ausführlich zu reden wissen, sondern bald von diesem, bald von jenem zu reden anfangen; bleib bei deiner Rede, solange es andern nicht beschwerlich ist, so wirst du vielem Mißverstande zuvorkommen, dich und andere mehr erbauen und dir einen guten Schatz sammeln, von wichtigen Dingen mit guten Gründen und ausführlich, wenn es not tut, zu reden.

XI. Gedenke, daß an sich selbst sind böse Worte, als Fluchen, unnützlich schwören, grobe, unzüchtige Reden: daß auch sind unnütze Worte, die zu nichts dienen und keinen rechten Endzweck haben. Und daß sind auch gute Worte, die zur Ehre dessen gerichtet sind, der das Wort schon vorher weiß, das auf deiner Zunge ist. Böse und unnütze Worte meide, denn du sollst von einem jeden Rechenschaft geben. Der guten befleißige dich.

XII. Alle deine Gesellschaft sei entweder aus Not oder aus Hoffnung zur Besserung oder doch vorsichtig erwählt. Den äußerlichen Umgang mit den Gottlosen kann man nicht meiden, aber gib dich nicht in ihre Gesellschaft ohne Not. Sie werden dich eher verführen, als du sie gewinnen wirst. Mußt du aber mit ihnen umgehen, so hüte dich um so mehr.

XIII. Viele Reden sind gut, aber sie werden nicht in der rechten Gesellschaft und am rechten Orte geführt. In der Kirche kann auch die beste Rede den Schwachen einen Anstoß geben.

XIV. In anderer Gegenwart rede nicht heimlich oder ins Ohr oder in fremder Sprache. Denn das bringet Argwohn, und ein anderer meint, daß du ihm nicht traust.

XV. Wenn andere reden, die insgemein wollen gehört werden, so fange du nicht mit einem allein an zu reden; denn das bringt Unordnung und Verdruß.

XVI. Wenn du etwas vorbringst, was du von einem andern weißt oder gehört hast, so bedenke zuvor wohl, ob auch der andere damit werde zufrieden sein, daß du es nachsagst. Zweifelst du daran, so schweig lieber.

XVII. Fällt dir jemand in die Rede, so schweige. Denn das gefällt dem andern wohl, daß man ihn auch hört. Und wenn du gleich fortredest, so wird er dich doch nicht recht hören. Denn er denkt darauf, was er selber sagen wolle.

XVIII. Falle aber selbst niemand in die Rede. Denn das ist einem jeden zuwider, wenn man ihn nicht aushört. Du wirst zuweilen meinen, du habest es wohl gefaßt und hast es doch nicht recht begriffen. Der andere wird heimlich verachtet, wenn man ihn nicht ausreden läßt. Denn einem großen Herrn, den du ehren wolltest, würdest du es nicht tun. Gehe in dich, wenn du andern in die Rede fällst, du wirst befinden, daß dein Mund ohne rechten Bedacht herausgeplatzt. Du wirst bei jedermann leichter Liebe gewinnen, wenn du jedermann mit großer Geduld anhörst.

XIX. Wenn dir jemand widerspricht, so sei ja wohl auf deiner Hut. Denn das ist die wahre Gelegenheit, dich in Gesellschaft zu versündigen. Leidet Gottes Ehre und des Nächsten Bestes nicht darunter, so laß es gehen. Man streitet oft viel, und wenn der Streit aus ist, so hat man wohl an beiden Seiten noch weniger Gewißheit von der Sache als vorhin. Wenn jemand auch der Wahrheit widerspricht, so hüte dich ja vor aller ungestümen Gemütsbewegung. Denn das ist nur ein fleischlicher Eifer. Hast du die Wahrheit vernehmlich und mit guten Gründen vorgestellt, so sei zufrieden, mit weiterem Zanken wirst du wenig gewinnen. Der Widerpart wird der Sache mehr nachdenken, wenn er sieht, daß du deiner Sache gewiß bist und nicht streiten wollest. Lernt er nicht mehr von dir, so lernt er doch Sanftmut und Bescheidenheit aus deinem Exempel.

XX. Wenn man Spielen oder sonst kurzweilige Actiones, Tanzen, Springen usw. anfängt, so bedenke man zuvor, weil bei diesen Dingen viel unanständiges und wüstes Wesen vorgehet, gemeiniglich auch unzüchtige Gebärden und Reden nicht ausbleiben, darauf andere größere Sünden folgen, ob dir nicht ratsamer sei, dich davonzumachen, als lange dabeizubleiben, da die Gelegenheit dich verleiten könnte, in dasselbe unordentliche Wesen einzuwilligen oder wenigstens dir allzu schwer sein möchte, den Frieden Gottes in deiner Seele zu bewahren.

XXI. Wenn du andere ihrer Sünden wegen bestrafen sollst, so schütze nicht die unbequeme Zeit vor, wenn dich deine Furchtsamkeit oder Blödigkeit davon abhält. Die Furchtsamkeit oder Blödigkeit muß ebensowohl als andere böse Gemütsbewegungen überwunden werden. Doch bestrafe dich allemal zuvor selbst, ehe du andere bestrafst, damit deine Bestrafung aus Mitleiden herrühre. Strafe mit Liebe und großer Vorsicht und Bescheidenheit, damit der andere nur auf irgendeine Art in seinem Gewissen möge überzeugt werden, daß er nicht recht getan. Christus strafte auch mit einem Blick, da er Petrus ansah, als er ihn verleugnet hatte; und er fing doch bitterlich an zu weinen. Er strafte aber auch mit ausdrücklichen, dürren Worten. Die Liebe muß hierin dein Lehrmeister sein. Nur mache dich anderer Sünden nicht teilhaftig.

XXII. Wenn es bei der Mahlzeit ist, so bleibe ja bei der Mäßigkeit im Essen und Trinken. Wenn man dich nötigt zum Überfluß, so denke, daß es lauter Versuchungen sind, dich wider deinen Gott zu versündigen. Laß dich ja nicht verleiten, der Annehmlichkeit des guten Geschmacks zu folgen und den Bauch bis oben zu füllen. Es wäre dir besser, daß du oft, aber wenig äßest, damit du in der Nüchternheit des Gemüts und in der Geschicklichkeit, etwas Gutes zu tun, erhalten würdest, als daß du den Magen auf einmal vollschüttest und aus dem lieblichen und freudigen Wesen einer nüchternen Seele gesetzt wirst. Durch viel Essen und Trinken wird Leib und Seele beschwert. Eine beständige Mäßigkeit wird eine große Probe sein deiner geistlichen Klugheit. Wenn dein Mund noch so lecker ist, das Beste für dich zu wählen, dich mit der niedlichen Speise des Geschmacks willen zu sättigen und unordentlich zu essen und zu trinken, ohne rechten Hunger und Durst, so bist du noch nicht mäßig.

XXIII. Allezeit und bei aller Gesellschaft hüte dich vor allen unanständigen Mienen, Hand-Gebärden und unordentlicher Stellung des Leibes. Es bezeuget Unordnung im Gemüt und verraten sich dadurch deine heimlichsten Gemütsbewegungen Dein lieber Jesus wird solches nicht getan haben, warum wolltest du ihm im Äußerlichen nicht nachfolgen, welches ja das Geringste ist. Laß dich von einem guten Freunde erinnern. Denn dieses möchtest du an dir selber nicht erkennen.

XXIV. Hüte dich vor unnützem Lachen. Alles Lachen ist nicht verboten. Denn es geschieht wohl, daß sich der Allerfrömmste nicht über weltliche, sondern über göttliche Dinge also inniglich erfreuet, daß sein Mund mit einem bescheidenen Lachen von der Lieblichkeit, die seinem Gemüte entstanden, Zeugnis gibt. Aber es wird gar leicht damit gesündigt und dem Herzen zu einer gefährlichen Zerstreuung des Sinnes (Buch der Weisheit 9, 15) der Weg gebahnt, welches bald wird gewahr werden, daß es zu leichtsinnig worden, wenn es sich wieder in tiefer Demut zu dem allgegenwärtigen Gott nahen will. Insonderheit, wenn andere über Scherz und Narrenteiding lachen, so hüte dich, daß du nicht mitlachest. Denn es gefällt Gott nicht, warum gefällt es denn dir? Gefällt es dir aber nicht, warum lachst du denn darüber? Lachst du, so hast du mit gesündigt. Siehst du ernsthaft, so hast du schon die Sünde in der unnützen Schwätzer ihrem Gewissen gestraft.

XXV. Wenn es andere in ihren Reden worinnen versehen oder von dem rechten Wege abgeschritten sind, so befleißige dich, daß du es durch eine vernünftige Rede wieder bei Zeiten ins Geschick bringst, so wirst du viel Weitläufigkeit verhüten. Dieser Gabe befleißigen sich wenige und ist doch sehr nötig.

XXVI. Ziehe dich niemals einem andern vor und erhebe dich nicht des Vorzuges, den du um guter Ordnung willen nach deinem Stande einnehmen mußt. Du bist Staub und der andere ist Asche. Für Gott seid ihr beide gleich. Darum laß es dir, soviel an dir ist, gleichviel sein, wo du gehst oder stehst. Die Liebe ist demütig und erweckt durch ihre Demut wieder bei andern Liebe. Aber ein hoffärtiger Mensch ist einem jeden beschwerlich.

XXVII. Ehre jedermann in der Gesellschaft, aber fürchte dich vor keinem. Denn Gott ist größer als du und er. Vor dem fürchte dich.

XXVIII. Sei nicht traurig und verdrießlich bei den Leuten, sondern freudig und lieblich, denn das erquicket jedermann.

XXIX. Wenn du merkst, daß die Gesellschaft dir nicht notwendig ist oder daß die Ehre Gottes anderweit besser könne befördert werden oder daß die Liebe dich nicht dringe, deinem Nächsten durch deine Gegenwart zu dienen, so laß dir ja nicht lieb sein, bei der Gesellschaft zu bleiben. Keinen Augenblick mußt du dabei sein, wenn du keinen andern Zweck hast, als daß du nur die Zeit unnützlich passirest. Das steht einem Christen übel an, daß ihm mit seinem Gott die Zeit lang wird. Auch Fromme versehen sich hierin manchmal und fallen daher in viele unnütze Worte und Werke, die danach ihre Seele verunruhigen.

XXX. Siehe, ob dein Herz gleich beschaffen sei, es sei in der Einsamkeit oder in Gesellschaft. Findest du das nicht, so hast du große Ursache, dich der Einsamkeit noch mehr zu befleißigen als der Gesellschaft, damit du dein Herz zuvor in rechte Ordnung bringst. Findest du es aber, so siehe zu, der du stehest, daß du nicht fallest.

 

Von der Christen Vollkommenheit (1690 oder 1691)
1.
Wir werden allein gerecht durch den Glauben an den Herrn Jesum ohne Verdienst und Zutun der Werke, indem uns der Himmlische Vater um der vollkommenen Genugtuung und des hochteuren Verdienstes willen seines Sohnes los und ledig spricht von allen unsern Sünden.

2. Durch diese Rechtfertigung, welche durch den Glauben geschieht, wird der gerechtfertigte Mensch als ganz und gar vollkommen, ja als die Gerechtigkeit Gottes selbst, angesehen, wie S. Paulus schreibt: Gott hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit Gottes. Gleichwie nun Gott den Herrn Christum ansieht als Sünde (weil ihm unsre Sünden zugerechnet werden), also sieht er den Sünder an als gerecht und ganz vollkommen, weil er dem Sünder die Unschuld und Gerechtigkeit Christi schenkt als sein eigen.

3. Wer diese Vollkommenheit nicht hat, der kann nicht selig werden. Denn das heißt nichts anders als glauben an den Herrn Jesum, und ist die Vollkommenheit nicht in uns oder unser, sondern in Christo oder Christi, um welches willen wir für vollkommen geachtet werden von Gott und also seine Vollkommenheit durch Zurechnung unser wird.

4. Wenn aber der Mensch nun gerechtfertigt ist, so kann er seiner Seligkeit ganz gewiß sein; aber er findet bald die Schwachheit des Fleisches und die angeborne sündliche Unart. Er verlangt von Grund seines Herzens nichts anders als Gott und das ewige Leben und achtet alles, was in der Welt ist, Augenlust, Fleischeslust und hoffärtiges Leben für Dreck und Schaden dagegen: aber er befindet, daß die Erbsünde sich in seinem Fleisch regt und ihm allerhand Zweifel und böse Gedanken, bald böse Reizungen des Willens verursacht, so befindet er auch, daß wegen der großen und langen Gewohnheit zu sündigen er sich noch öfters in diesem und jenem im Äußerlichen übereilt mit Worten und Werken.

5. Solche anklebende Unart und Übereilungen aber werden dem gerechtfertigten Menschen nicht zugerechnet. Denn es ist keine Verdammung an denen, die in Christo Jesu sind, nämlich die nicht wandeln nach dem Fleisch, ob sie wohl das Fleisch reizt, sondern nach dem Geiste. So wendet sich ein Wiedergeborener, sobald er seinen nicht aus Vorsatz begangnen Fehltritt erkennt, in wahrhaftigem Glauben gleich zu der Gnade Jesu Christi und ist der Sünde von Herzen feind.

6. Daher wenn der wiedergeborene Christ solch Gebrechen seines Fleisches erkennt, so streitet er mit allem Ernst wider das Böse, das sich in seinem Fleisch herfürtut, und zwar nicht durch eigenes Vermögen und Kraft, sondern tötet durch den Geist des Fleisches Geschäfte und verläßt sich auf die Kraft Jesu Christi, welcher ihm von Gott gemacht ist zur Heiligung und in ihm das Böse überwindet.

7. In solchen seinen sündlichen Gewohnheiten und Gebrechen bleibet aber der gerechtfertigte Mensch nicht allemal gleich stehen, sondern legt durch Gottes Gnade das Böse immer mehr und mehr ab und wächst auch von Tag zu Tag im Glauben und in der Liebe, gleichwie man im leiblichen Alter erstlich ein Kind ist, danach ein Jüngling, danach ein Mann wird.

8. In solchem Wachstum aber mag der Mensch so weit kommen, wie er immer will, wird er dennoch nie ganz vollkommen, sondern kann wachsen und zunehmen im Guten, solange er lebt. Und wer sich in dem Verstande der Vollkommenheit rühmt, betrügt sich selbst und andere.

9. Doch kann nicht geleugnet werden, daß auch in dem Verstande auf gewisse Maße eine Vollkommenheit dem Menschen von der Hl. Schrift beigelegt wird, nämlich wie ich etwa pflege einen Meister in einer Kunst zu nennen, ob er gleich die Kunst nie auslernen kann und noch viel Meister über sich hat. Also will die Schrift nicht, daß der Mensch ganz vollkommen in diesem Leben werde könne, daß er ohne Sünde und Reizung zur Sünde sei, sondern daß der Mensch zu einer männlichen Stärke im Christentum kommen könne, sich der alten Gewohnheiten zu entschlagen und sein Fleisch und Blut zu überwinden und daß ein Mensch immer vollkommener sei als der andere. So spricht die Epistel an die Hebräer, daß für die Vollkommenen gehört starke Speise, und beschreibt die Vollkommenen, daß es die sind, die da haben durch Gewohnheit geübte Sinnen zum Unterscheid des Guten und des Bösen, nicht aber die, so durch sündliche Lust nicht mehr gereizt würden.

10. Daraus erfolgt, daß beides wahr sei in gewissem Verstande: Wir sind vollkommen, und wir sind nicht vollkommen. Nämlich wir sind vollkommen durch Christum und in Christo durch unsere Rechtfertigung und nach der zugerechneten Gerechtigkeit Jesu Christi. Wir sind aber und werden nicht ganz vollkommen, daß wir nicht mehr sollten wachsen können nach der Ablegung des Bösen und Annehmung des Guten oder nach der Heiligung.

11.
Demnach wer hierin nicht irren will, muß die beiden Artikel von der Rechtfertigung und von der Erneurung oder Heiligung wohl unterscheiden, oder er wird sich immer mehr und mehr in den Streit wickeln.

12. Daher auch folgt: Ein Gerechtfertigter hat keine Sünde, nämlich nach der Rechtfertigung, und hat Sünde nach der Erneurung. Denn was dem Menschen noch anklebt, wird ihm nicht zugerechnet um Christi willen.

13.
Wenn nun der Mensch, der bereits gerechtfertigt ist, betet oder zur Beichte geht, betet er, daß ihm Gott seine anklebende Sünde um Christi willen vergeben und nicht zurechnen wolle, gleichwie er weiß und versichert ist, daß an ihm, als der da ist in Christo Jesu, keine Verdammung ist.

14.
Daher genießt auch der gerechtfertigte Mensch das Hl. Abendmahl zur Stärkung seines Glaubens und zur Besserung des Lebens.

15. Bei dem allen aber hat sich der Mensch wohl in acht zu nehmen, daß seine Buße nicht Heuchelei sei, sondern daß er schaffe, daß er selig werde mit Furcht und Zittern. Sonst kann der Trost von der Gnade Christi leicht auf Mutwillen gezogen werden, daß der Mensch die Welt lieb hat und sich doch beredet, die Liebe Gottes sei in ihm, welcher Betrug wohl die Hölle sehr volkreich macht.

Entwurf der gesamten Anstalten, welche zu Glaucha an Halle durch Gottes sonderbaren Segen teils zur Erziehung der Jugend, teils zur Verpflegung der Armen gemacht sind, wie sichs damit verhält im Monat Decembri 1698
1. Eine Anstalt zur Erziehung Herren-Standes, Adliger und andrer vornehmer Leute Söhne.

2. Eine Anstalt zur Erziehung Herren-Standes, adliger und sonst vornehmer Leute Töchter.

3. Eine besondere Anstalt für schlesische Kinder.

4. Ein Paedagogium oder Anstalt zur Erziehung der Kinder, welche von Fremden, teils weit entlegenen Orten auf ihrer Eltern Kosten erhalten und zum Studieren erzogen werden.

5. Ein besonderes Paedagogium für diejenigen Kinder, welche nur im Schreiben, Rechnen, Lateinischen, Französischen und in der Ökonomie angeführt werden und die Studia nicht continuiren, sondern zur Aufwartung vornehmer Herren, zur Schreiberei zur Kaufmannschaft, Verwaltung der Landgüter und nützlichen Künsten gebraucht werden sollen. So bisher noch mit dem n. 4 benannten Paedagogio mehrenteils verknüpft, künftig aber davon abgesondert werden wird.

6. Eine Schule für mehrenteils einheimische Bürgerkinder, welche zum Studieren erzogen werden, welche nicht so kostbar ist als das Paedagogium.

7. Eine andere Bürgerschule, darin die Knaben im Christentum, Lesen, Schreiben, Rechnen und in der Musik unterrichtet und zu Handwerkern erzogen werden.

8. Eine dergleichen Bürgerschule, darin die Mädchen im Lesen, Schreiben, Rechnen, Catechismo, Neuen Testament und Choralsingen unterwiesen werden.

9. Das Waisenhaus, von welchem und andern damit verknüpften Anstalten eine gedruckte Nachricht vorhanden.

10. Aus demselben werden die guten und geschickten Ingenia ausgelesen und nach der bei ihnen befindlichen Kapazität zum Studieren oder sonst zu guten Künsten dem gemeinen Wesen zum besten erzogen.

11. Sechs auserlesene Knaben werden durch ein besonderes Legatum zum Studieren mit allem Fleiß angeführt.

12. Die übrigen Knaben werden zu Handwerkern erzogen und in ihrem Christentum wohl unterrichtet.

13. Die Waisenmägdlein werden in einer besonderen Aufsicht erzogen und sowohl im Christentum als in allerhand weiblicher Arbeit angewiesen.

14. Sechs Tische armer Studiosorum (an der Zahl 70) genießen die freie Kost.

15. Ein Tisch Knaben haben im Waisenhause Armut halber die Kost frei und werden sonst im Paedagogio (davon n. 4) zum Studieren gehalten.

16. Ein Krankenhaus, dazu ein besonderes Legatum.

17. Ein Armenhaus für etliche alte Männer und Weiber, dazu auch ein besonderes Legatum.

18. Eine Anstalt für Bürgersleute, die in ihrer Jugend im Lesen oder Catechismo versäumt sind.

19. Eine Anstalt für einheimische Armen, welche täglich eine Stunde unterrichtet werden und dabei Almosen empfangen.

20. Eine Anstalt für alle ankommende fremde Bettler und Exulierende, welchen täglich 2 gewisse Stunden gesetzt sind, in welchen sie zusammen zu kommen beschieden werden und dann erst guten Unterricht im Christentum, hernach auch Almosen empfangen.

21. Eine arme Knabenschule.

22. Eine arme Mädchenschule, welchen die Schule ganz frei gehalten wird, die danach wieder zu den Ihrigen gehen.

23. Eine besondere Anstalt für die Kinder, so zum Abendmahl gehen sollen, welche täglich eine Stunde unterrichtet werden. Insgesamt sind in dem ganzen Informationswerk 27 Classes und die Kinder insgesamt etwa 500.

Ach Herr hilf! ach Herr laß wohl gelingen! S. 68-95
Vorlage: Klassiker des Protestantismus, Band VI, Das Zeitalter des Pietismus, herausgegeben von Martin Schmidt und Wilhelm Jannasch, Carl Schünemann Verlag Bremen